Das deutsch - französische Schülerheim in Wasserburg am BodenseeDa sitz’ ich am Schreibtisch im Großraumbüro - draußen regnet’s in Strömen - und bearbeite meine eMails. Ich werde diesen Ohrwurm nicht los: “Links vom Rhein und rechts vom Rhein, alle Mädchen wollen glücklich sein …”.

Letztes Wochenende war Malerfete am Bodensee.

Es war wie immer: Kisten mit Material stapeln sich im großen Saal: Werkzeug, Farben, neue und eingetrocknete Pinsel, Spachtelmaterial, Nitro-Universalverdünnung … Chaos total!


Bin lieber gleich erst mal auf ein Bier zu Maxi gegangen. Maxi betreibt den Portner wieder wie eh und je. Die Strandterrasse wurde vergrößert und mit einem Mäuerchen zum Ufer gesichert; damit das nächste Bodenseehochwasser nicht gleich wieder im Portner steht. Früher war hier die Liegewiese vom Schülerheim und die Segelboote lagerten hier. Eine Steintreppe führte ’runter zum Wasser. Seid einigen Jahren schon geht’s über den Steg in den See. Die Holzplanken sind Wind und Wetter ausgesetzt und mußten dringend erneuert werden. Katia, Felix und Tanja machen sich mit Yanns fachmännischer Unterstützung daran, die morschen Planken gegen neue auszuwechseln … sollte jetzt wieder für ein paar Jahre halten.

Segelboote hat das Schülerheim nicht mehr. Ich weiß nicht, wie viele Ruderpinnen im See versenkt wurden. Wenn ein Gewitter in der Bucht aufzog, wurde es schnell hektisch auf den kleinen Booten. Spreche da aus Erfahrung: vor Jahren hatte ein Fischer Sigrun und mich aus “Seenot” gerettet und uns mit dem vollgelaufenen Boot an Land geschleppt. Jetzt gibt es “unkaputtbare” Ruderboote aus Leichtmetall. Aber selbst diese soliden Konstruktionen sind für das Schülerheim nicht stabil genug. Leo und Annette erneuern die hölzernen Sitzbänke an einem der Blechboote. Daß die Dollen verschwunden sind und somit das Boot gar nicht gerudert werden kann, erscheint fast nebensächlich …

Schülerheim-Disko … die Lichtorgel hat nach knapp 30 Jahren den Geist aufgegeben. Das ist ein sehr guter Schnitt für Material im Schülerheim. Die “Halbwertzeit” liegt normalerweise deutlich niedriger. Vieles überdauert nicht mal eine Saison. Der Dualplattenspieler zum Beispiel; hatte ihn im letzten Herbst beim 60-jährigen BILD-Jubiläum nietennagelneu eingebaut. Nach einem halben Jahr finde ich nur noch Schrott vor: Gegengewicht abgebrochen, Plattenteller dreht nicht, Tonabnehmer verschwunden! Binnen kurzer Zeit wurden nun schon drei Geräte ruiniert. Frustrierend! Allerdings gibt es seit einiger Zeit CD-Player für die Silberscheiben, Vinyl ist out (hat da vielleicht jemand versucht, CDs auf dem klassischen Plattenspieler zu scratchen??). Der Cassettenrecorder fristet ein Schattendasein und es wurde ganz dringend ein Anschluß für MP3-Player und Notebooks benötigt. Im Rahmen meines “Wartungsvertrages” läßt sich ja einiges machen … (;-)

Am Freitag abend erstrahlt das Schülerheim in neuem Glanz!
Die Vorbereitungstagung für 2006 steht an.
Fleißige Hände schleppen das ganze übrige Material unten vom Saal in den Materialraum unter das Dach. Die Kisten und Kasten werden säuberlich beschriftet. Werkzeug-Akkus finde ich dort unter “Hauskrimskrams”, Gardinenaufhänger im Tütchen beim schweren Werkzeug, den Gasanschluß für den mobilen Gaskocher bei alten Kabeln in der Kiste. Das geordnete Chaos wurde vom Erdgeschoss unter das Dach verlagert.

Ecki macht mit Gregor einen Rundgang durch die Zimmer. In Zimmer 10 fällt das Waschbecken halb von der Wand. Und das jetzt nachdem die Malerfete zu Ende ist. Eigentlich hätte im Winter der Klempner eine Warmwasserleitung zu den Zimmern legen sollen. Aber jetzt beginnt die Saison und es muß noch einmal so gehn. Aber was wird nun mit dem halb herabfallenden Waschbecken? Ich such’ mir passendes Werkzeug zusammen und erbarme mich dem traurigen Anblick. Die knatschgrünen Fliesen kleben mit Silikon fest am Becken, aber nicht mehr an der Wand. Ich demontiere das gute Stück und stelle fest, daß die Halterung die Dübel aus der Wand gezogen hat. 6er-Dübel für das kiloschwere Becken! Aber immerhin, hat fast 30 Jahre gehalten. Erinnere mich dunkel, daß Wolfgang ehedem in seiner Ersatzdienstzeit im Schülerheim die Fliesen geklebt hatte. Ich suche mir ein paar neue 6er-Dübel und schraube das ganze wieder fest. Eine Saison wird’s schon halten. (;-)

Samstag abend, obligatorische Party im Saal. Die Equipen haben sich bereits einen Tag beschnuppert und nun wird gefeiert. Die Stereoanlage wird ihre Feuertaufe bestehen.
Mit einem gruppendynamischen Spiel eröffnen Katia und Jule den Abend. Die Paarungen werden ausgelost … Wasserburg I gegen Langholz II, Berchtesgaden x gegen Heringsdorf y …

Jede Equipe muß ihre Aufgabe bestehen: Nenne drei deutsch-französische Paarungen aus der Geschichte, male so viele Tiere wie möglich auf ein DIN-A4-Blatt, was wollen alle Mädchen links und rechts vom Rhein?

France Gall
Links Vom Rhein Und Rechts Vom Rhein
(Um anzuhören, klicken Sie einfach hier)

R e f r a i n :
Links vom Rhein und rechts vom Rhein
alle Mädchen wollen glücklich sein.
Links vom Rhein und rechts vom Rhein
überall da ist es so.
Links vom Rhein und rechts vom Rhein
keine möchte gern alleine sein.
Liebe ist so schön im Mondenschein
links und rechts vom Rhein.

V e r s e :
Meine Freundin aus Baden-Baden
die kam zu mir nach Paris.
Wir besprachen unsre Probleme
und haben festgestellt,
auf der ganzen Welt
das Hauptproblem ist dies:

Zu meiner Freundin nach Baden-Baden
da kam ich mit meinem Boy.
Und auf dem Heimweg vom Casino
hat er sie heiß geküßt.
Und als ich böse war,
da sagte er ganz frei …

Une Réponse à “Links und rechts vom Rhein”

  1. camisanegra dit:

    “Schülerheim-Disko … die Lichtorgel hat nach knapp 30 Jahren den Geist aufgegeben.” Exceptionnel comme durée de vie. Ca mérite un petit hommage technologique. Si vous saviez tout ce qui se passe dans la tête d’un stroboscope… J’ai cherché par curiosité… On éclaire D un disque tournant avec la période T dans le sens trigonométrique et portant un index, à des intervalles de temps réguliers (période T0) avec une lampe flash.

    a)- Si T0 = kT (k entier), entre deux éclairages, l’index effectue exactement k révolutions : il semble immobile.

    b)- Si T0 = T / k, l’index est éclairé k fois pendant une période T. Entre deux illuminations, l’index tourne d’un angle égal à 2p / k. On observe alors k index.

    c)- Si T0 = T + e, entre deux illuminations, l’index effectue un peu plus d’une révolution. Il semble tourner lentement dans le sens du mouvement avec une fréquence apparente N - N0. On obtient aussi un mouvement ralenti quand T0 = kT + e.

    d)- Si T0 = T - e, entre deux illuminations, l’index effectue un peu moins d’une révolution. Il semble tourner lentement dans le sens inverse du mouvement avec une fréquence apparente N0 - N.

    Comprenne qui peut à ces explications, l’avantage du stroboscope c’est que, au moment de To =kT, si vous vous embrassez, même vite fait mal fait, ce baiser dure une éternité…Liebe ist so schön im Lichtorgelscheinlinks und rechts vom Rhein. Merci à toi, WbgSchrauber, de veiller sur les amours du Schülerheim: assurer la maintenance technique, c’est faire preuve d’un grand romantisme !

    Bisous, S.